1001 Nights in London

„1001 Nights in London“  - vier Aufführungen mit großem Erfolg gemeistert

 

172 Zuschauer fanden den Weg in die Studio-Bühne Essen, um vom 20.05.2014 bis 23.05.2014 die Aufführungen von „1001 Nights in London“ zu sehen. Das gut sechzigminütige, englischsprachige  Stück ist eine Eigenbearbeitung von Frau Beckmann, die die Produktion leitete und die zusammen mit dem Theaterpädagogen Thorsten Simon Regie führte.

 

Es spielten 15 Schülerinnen und Schüler des WPII-Kurses Drama des neunten Jahrgangs, die an ihrer Abschlussarbeit seit Dezember 2013 probten. Unterstützt wurden sie von Behlül Taskingül, einem ehemaligen Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums und mittlerweile Student der Politikwissenschaft.

 

Für ihre Mühe wurden die Schülerinnen und Schüler mit stehenden Ovationen am Mittwochabend und tosendem Szenenapplaus am Freitagmorgen belohnt.

 

Seit 2012 kooperiert Frau Beckmann mit der Studio-Bühne Essen. Über 130 Schülerinnen und Schüler haben seitdem davon profitiert: Vier Drama-Kurse sind dort im Rahmen des Jugendtheaterprogramms „Sturm und Drang 2.0“ aufgetreten, haben an Workshops der Bühne bei der langen „Nacht der Jugendkultur“ und an Jugendtheaterprojekten im Haus teilgenommen, andere haben am Ricarda an von dem Theaterpädagogen Thorsten Simon geleiteten Workshops und AGs teilgenommen. (siehehttp://www.derwesten.de/staedte/essen/nachwuchs-stuermt-die-studio-buehne-aimp-id9354113.html)

 

 

Worum ging es?

 

In "1001 Nights In London", flüchtet Shahrazad mit ihrer Mutter und Schwester aus dem heutigen Syrien nach London. Ihr Vater wird vermisst. In den sorgenvollen, schlaflosen Nächten im Flüchtlingslager erzählt Shahrazad ihrer Schwester Dinarzad Geschichten aus dem Buch 1001 Nacht, die – erst gewaltvoll (The First Voyage of Es-Sindibad the Sailor; Ali Baba and the FortyThieves), dann zunehmend heiter (How Abu Hassanbroke the Wind; The Little Beggar)  – ihre Erfahrungen und Gefühle spiegeln. Die Vorlage war das Stück Arabian Nights der Royal Shakespeare Company. Aber in dieser Version wird  aus der Haremsdame Shahrazad eine junge Frau, die mit ihren Erinnerungen, den Erfahrungen von Migration und Rassismus umzugehen lernt. Ihre Gedanken werden mit Hilfe eines Chors hörbar gemacht. Am Laufe des Stücks erkennt Sharahzad, wie wichtig ihr kulturelles Erbe für sie ist, und so verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, indem z.B. die Charaktere sich ihre Requisiten aus Shahrazads Schatzkiste holen und sich die Protagonistin aktiv an der szenischen Gestaltung der Geschichten beteiligt.

 

 

Was erwartete die Zuschauer?

 

1001 Nights ist nicht nur ein ernstes Stück, komische Elemente ziehen sich durch alle Geschichten, steigern sich zu Abu Hassans historischem Furz und finden ihren Höhepunkt im Little Beggar, indem die Mädchen Hosenrollen und die Jungen die Frauenrollen spielen – alle mit viel falschem Haar im Gesicht oder auf dem Kopf und mit verstellten Stimmen.

Die wesentlichen Elemente des Stücks bilden Formen des  Erzähl- und Bewegungstheaters.

 

 

Wie gingen die Schülerinnen und Schüler damit um?

 

 Beckmann: „Zunächst einmal habe ich das Stück enorm gekürzt und auf vier Geschichten, die Shahrazad erzählt, reduziert. Mir war es wichtig, den Stoff so zu verändern, dass er an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler dieser Schule anbindet. Deshalb habe ich die Rahmengeschichte in die heutige Zeit übertragen, die Szenen zwischen den Geschichten neu geschrieben und aktuelle Nachrichten eingebaut. So gibt es auch in How Abu Hassan broke the Wind, einen türkischen Tanz mit traditionellen Kostümen und von den Schülerinnen erdachter Choreographie.“

Eine große Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler war auch der Wechsel zwischen ihren Rollen als Erzähler und als Charaktere in den Geschichten, der stimmlich und durch Körpersprache markiert werden musste. Und es gab eine Menge Text zu lernen. Eine weitere Schwierigkeit war die Präzision, mit der die Erzählungen durch tänzerische Elemente begleitet wurden, wenn z.B. Es Sindibad von seiner ersten fantastischen  Reise erzählt, werden die Spieler nacheinander zu einem Schiff, einem Vogel, zu Felsen und zu Schlangen, wenn bestimmte Stichworte fallen.

 

 

Was haben die Schülerinnen und Schüler in dem Probenprozess gelernt?

 

Beckmann: „Enorm viel – von Probendisziplin über Körperbeherrschung zu Teamarbeit. Sie haben sich selbst ausprobiert, Grenzen überschritten und an Selbstbewusstsein gewonnen. Sie haben Einblick gewonnen in die organisatorischen Abläufe eines Theater und die vielfältigen Gelingensbedingungen einer Produktion. Meiner Meinung nach ist Theater in erster Linie Disziplin und dann nochmal Disziplin, die Probenarbeit ist hart, aber der Erfolg macht Spaß. Für ihre Mühe wurden die Schülerinnen und Schüler mit stehenden Ovationen am Mittwochabend und tosendem Szenenapplaus am Freitagmorgen belohnt.“

 

Was hat der „Regisseur“ gelernt?

 

Beckmann: „Zum Beispiel, dass sich Vertrauen in die Schülerinnen und Schüler immer wieder lohnt, dass sie mich immer wieder positiv überraschen. Ich habe sie in all ihren Facetten kennenlernen dürfen – mehr als das im regulären Fachunterricht möglich ist. Wir sind unglaublich stolz auf diese Truppe.“

 

Im Juni tritt der Projektkurs Drama (Q1) mit dem Stück „The Magdalen Whitewash“ in der Studio-Bühne Essen auf. Mehr Informationen dazu folgen in Kürze.





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