Move 2017- "Schwesterherz" - Schülerbericht von Alessia Lanza aus der Q2

Move ist ein Tanzprojekt der Ballettabteilung des Musiktheaters im Revier. Jedes Jahr bewerben sich Schulen um eine Kooperation und 2017 war das Ricarda-Huch-Gymnasium bereits zum zweiten Mal mit dem Q1 Profilkurs „Tanzen und Fitness“ vertreten.

 

Wie kam es dazu, dass wir mitmachten?

Es fing alles damit an, dass Frau Rensch, die Lehrerin des Kurses, uns das Projekt vorstellte. Anfangs hatten ein Paar Schüler einige Bedenken, weil klar war, dass wir im Sommer sehr viel Unterricht verpassen würden, jedoch willigten so gut wie alle ein.

Nun mussten wir alle die Grundkenntnisse erlernen, da der Großteil keine Erfahrungen in Ballett hatte. Jede Woche kam die Choreografin Marika Carena und brachte uns Grundschritte und kleine „Choreografien“ bei. Ich glaube, nie wieder wird jemand aus unserem Kurs vergessen, die Füße zu strecken. Der ganze Lernprozess war aber in keinster Weise monoton. Viele der Schritte haben wir uns selbst erarbeitet und ausgedacht. Wenn man es also so betrachtet, waren wir alle ein Stück weit Choreografen.

 

Die Geschichte:

Nach einigen Wochen des Probens wurde uns im Winter erstmals die Geschichte und der Aufbau des Stücks erklärt.

Die Aufführung thematisierte das Schicksal von vier Schwestern und ihrem alleinerziehenden Vater. Jede der Schwestern hatte ihre Aufgabe oder ihren Platz, bis auf die jüngste Schwester. Sie wusste noch nicht, wo sie hingehört und suchte somit der Reihe nach Aufmerksamkeit bei ihren Schwestern und schließlich bei ihrem Vater. Als sie diese nirgendwo findet, fällt sie beim Spielen von einem Dach und stirbt. Jahrzehnte später hat jede der Schwestern auf ihre eigene Weise Erfolg, jedoch sind sie am Ende des Tages alleine, da sie sich ohne ihre Schwester auseinandergelebt hatten. Sie treffen sich erstmals auf der Beerdigung ihres Vaters wieder und werden dort vom Geist ihrer Schwester und ihres Vaters wieder zusammengeführt. Musikalisch getragen wurde das Stück von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.

Jede Gruppe (Sportkurs einer Schule/TanzAG) übernahm einen Abschnitt im Leben einer der Schwestern. Zum Schluss gab es ein „grande finale“, bei dem alle (ca. 200) Tänzer unisono, das heißt alle gleichzeitig, das gleiche tanzten.

 

 Bewertung des Projekts:

Ich denke, ich spreche für alle in meinem Sportkurs, wenn ich sage, dass Move eine große und besondere Erfahrung für uns war. Die ganze Probezeit war sehr intensiv. Bevor die Proben im Musiktheater begonnen hatten, gab es auch eine kurze Phase, in der einige sehr unmotiviert waren, weil man nur dieses kleine Teil des großen Ganzen gesehen hat. Aufgepeppelt wurden unsere Proben durch den Besuch des Tänzers Kevin O'Day, der uns zuschaute und Verbesserungstipps gab.

Die beste Zeit des gesamten Projekts waren die Proben im Musiktheater selbst. Man sah zum ersten Mal die Tänze der anderen Gruppen und das Stück wurde in seiner Geschichte immer schlüssiger. Wir lernten viele neue Leute kennen und schlossen neue Freundschaften. Wir wurden oft zusammengestaucht, weil wir das Bein nach tausend Proben immer noch nicht auf den vierten Schlag gehoben hatten, bekamen aber auch die größten Motivationsreden vorgetragen. Wir hatten auch ein Stück weit eine Lektion für das Leben gelernt: Der Regisseur erinnerte uns einmal an den ersten Artikel des Grundgesetzes, der auch auf der Fassade des Musiktheaters steht. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und so sollten wir uns auch Verhalten. Im Theater ist es völlig egal, wer man ist oder woher man kommt. Wir als Gymnasiasten wurden in keinster Weise anders behandelt, es zählte nur die Leistung, die man brachte.

Wir hatten alle auf die Aufführung hingearbeitet, unsere ganzen Proben hatten sich mit 5 Minuten Tanzen bezahlt gemacht. Denn das Gefühl, Teil einer solchen Produktion zu sein und vor so vielen Menschen aufzutreten, kann uns keiner mehr nehmen und ich für meinen Teil werde es auch nie wieder vergessen.

Letzten Endes gab es einige Hochs und Tiefs, aber würde man auch nur eine Person unseres Kurses fragen, ob er/sie es bereut mitgemacht zu haben, wäre die Antwort immer: NEIN.

 

Offizielle Dokumetation zu Move 2017 -  "Schwesterherz":  https://www.youtube.com/watch?v=ablR-DioxZ8