Eine Schulungsreihe zu Neurodivergenz am Ricarda-Huch-Gymnasium

„Wenn es so weit ist, lasse ich uns T-Shirts drucken!“ Was als augenzwinkernder Kommentar unter Kolleginnen begann, ist inzwischen eine Arbeitsgruppe mit einem klaren Anliegen: Wir möchten sogenannte neurodivergente Kinder und Jugendliche besser verstehen, gezielter begleiten und ihre Stärken sichtbar machen.

Den Anstoß gab Frau Damski, Lehrerin und Klassenleitung der 5A. Nach einem Pädagogischen Tag im vergangenen Schuljahr beschäftigte sie – auch aufgrund persönlicher Erfahrungen – eine Frage besonders: Wie können wir am Ricarda-Huch-Gymnasium im Umgang mit neurodivergenten Schülerinnen und Schülern sicherer und souveräner werden? Denn unterschiedliche Arten, wahrzunehmen, zu denken und zu lernen, können im Schulalltag zu Missverständnissen führen. Hier möchte die Initiative ansetzen: mit Wissen, Offenheit und einem aufmerksamen Blick für das einzelne Kind.

Mit Frau Tendler und Frau Rautenberg fand Frau Damski zwei Kolleginnen, die dieses Anliegen teilen. Gemeinsam bilden sie den Kern der neuen Arbeitsgruppe. Ihr vorläufiger Name: „Neurodivergenz-Kompetenzteam“. Die T-Shirts stehen noch aus – das gemeinsame Lernen hat bereits begonnen.

Acht Fachkräfte, ein gemeinsames Ziel

Ein erster Schulungstermin zum Thema ADHS hat bereits stattgefunden. Begleitet wird die Schulungsreihe von Frau Garschke, Psychologin und Expertin für Neurodivergenz aus Essen. Sie schult ein achtköpfiges Team, das unterschiedliche Perspektiven und Aufgabenbereiche unserer Schule zusammenbringt: Neben Frau Damski, Frau Tendler und Frau Rautenberg nehmen die Beratungslehrkräfte Frau van Bracht und Herr Balaban, Frau Herrndorf und Frau Steilmann als Erprobungsstufenkoordination sowie unsere Schulsozialarbeiterin Frau Demirel teil.

Die Reihe widmet sich ADHS, dem Autismus-Spektrum und dem Themenfeld Hochbegabung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir individuelle Bedürfnisse und besondere Herausforderungen frühzeitig wahrnehmen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern passende Handlungsstrategien entwickeln können. Was hilft einem Kind, sich zu konzentrieren? Was schafft Orientierung und Sicherheit? Welche Unterstützung ermöglicht es, eigene Fähigkeiten im Unterricht zu zeigen?

Individuelle Methodenkoffer statt pauschaler Antworten

Die Antworten darauf können sehr unterschiedlich ausfallen. Deshalb gehören auch der vertrauensvolle Austausch mit Eltern und bei Bedarf die Zusammenarbeit mit externen Fachkräften zum Vorhaben. Ziel ist es, Unterstützung frühzeitig anzubahnen und den Schulalltag am Gymnasium für die Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu gestalten.

Dabei richtet sich der Blick ausdrücklich auch auf ihre Potenziale. Kreativität, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn oder ungewöhnliche Lösungswege können zu den individuellen Stärken neurodivergenter Menschen gehören – und unsere Schulgemeinschaft bereichern.

Frau Damski beschreibt das Anliegen so: „Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern fachkompetent beraten und gemeinsam individuelle Methodenkoffer packen. Sie sollen den Kindern helfen, Herausforderungen zu bewältigen und ihr volles Potenzial zu entfalten.“

Aus einer Idee ist damit ein gemeinsames Herzensprojekt geworden. Und ob mit oder ohne T-Shirt: Am Ricarda-Huch-Gymnasium möchten wir dazulernen, damit sich unterschiedliche Köpfe mit ihren Fähigkeiten entfalten können.

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